Music In The Cloud

Blogbeitrag von NaSt, 01.04.2011

Vielleicht erinnert sich das ein oder andere Mitglied prädigitaler Musikgenerationen an folgende Situation:
Wir bekamen vom Musiklehrer den Auftrag in der nächsten Stunde unser Lieblingsstück mitzubringen, um es dann gemeinsam im Unterricht zu diskutieren. Das zusammengetragene Material, das sich in unseren vollgestopften Schultaschen ansammelte, bestand aus diversen heiß geliebten Vinyls und CDs, die wir uns im Laden gekauft hatten.
Da man sich nur schwer für ein Lied entscheiden konnte und sich die Stücke auf unterschiedlichen Alben befanden, brachte man gleich mehrere mit. Mit der Digitalisierung von Musik und den aufkommenden tragbaren Geräten wurden die Schultaschen leichter, aber auch die Möglichkeiten, sich diese Stücke illegal zu beschaffen.

Cloud Services heißen die neuesten Entwicklungen die den Horizont der Nutzung von Audiofiles auch als Lehrmaterial und Lerninhalt erweitern könnten. Anbieter dieser Technologie ermöglichen es, die auf einem entfernten Server gespeicherte Musik über einen Streamingdienst von jedem kompatiblen Gerät aus jederzeit abzurufen und nicht mehr speichern zu müssen.

Durch die freie Verfügbarkeit der Stücke im Äther des Musikuniversums kann im Rahmen eines bezahlbaren Abonnements auch der illegale Austausch der Files zumindest eingeschränkt werden, insbesondere wenn die angebotenen Inhalte auch die Interessen spezieller Hörergemeinschaften berücksichtigen. So schließt beispielsweise der neue Sony Service "Music Unlimited"[1] neben den 4 Major Labels einige Independent Labels in den Pool der 6 Millionen zur Auswahl stehenden Stücke ein.

Inszenieren wir nun eine Liedanalyse im Musikunterricht der Zukunft und gehen davon aus, dass die Schule Abonnent eines solchen music-in-the-cloud Dienstes ist, dessen allumfassende Inhalte legal, jederzeit und nach Bedarf von jedem Gerät der Schule aufgerufen und genutzt werden können. Wir hätten zunächst die Option einer digitalen Sammlung historischer sowie neuester Musikstücke, eine Art hörbares Nachschlagewerk für das Lehrpersonal sowie die Schülerinnen und Schüler.

Aber auch für die multimediale Präsentation von Unterrichtsergebnissen könnten sich die Cloud Services als Vorteil erweisen. Die Zusammenfassung der Lieblingslied-Stunde sähe dann folgendermaßen aus: Die aktuellen Favoriten werden als persönliche Playlist der Klasse mit den eigenständigen Rezensionen der Schülerinnen und Schüler ins Intranet der Schule gestellt. Von dort aus kann jeder auf das Ergebnis der eigenen Arbeit zugreifen.
In Bezug auf die kreative Anwendung im Lernalltag als Medium oder Lehrmaterial oder die legale Nutzung geistigen Eigentums im Unterricht, lohnt es sich, die Entwicklung und Optimierung der Cloud Services im Auge zu behalten. Vorausgesetzt die Anbieter der jeweiligen Dienste berücksichtigen in ihren Angeboten den schulischen Kontext, kann dies sowohl für den Musikunterricht in der Schule sowie für alle schulischen Festlichkeiten neue Dimensionen öffnen.

Quellen

[1] "Music Unlimited"
Ein Beispiel unter anderen: "Music In The Cloud" im Abonnement bei "Sony Entertainment".
[www.qriocity.com/de/de/ | 02.03.2012 | 16:36]