Pikantes Danke

Blogbeitrag von NAH, 20.01.2010

Der Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, wollte sich beim Franz Beckenbauer, in den Ruhestand zu verabschiedender Präsident des gleichen Vereins, für seine Verdienste beim FC Bayern (auch als FC Hollywood bekannt) bedanken.
Der Franz, in Deutschland auch als "der Kaiser" bekannt und seines Zeichens immer lächelndes Aushängeschild der bayerischen Fußballgemeinde, hatte nun wirklich ein richtig schönes Danke verdient, nicht ein nüchternes, einfaches Danke, nein, ein Danke, das einem Kaiser und dem Land der Dichter und Denker würdig ist.
Der Karl-Heinz begab sich also anscheinend in die unendlichen Weiten des Internets und, da war’s: ein Gedicht mit zehn(!) Dankeswörtern: genau das Richtige, um einen deutschen Kaiser in den Ruhestand zu schicken(gehen Monarchen wirklich in Rente?).

Dass der Exfußballer Karl-Heinz so "fantasievoll" dichten konnte, begeisterte auch die Presse, die über Karl-Heinz‘ Aufritt auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München und seine dichterischen Ausführungen berichtete. Aber, oh weh, das sah und las auch die Auftragsdichterin[1] Anette Pfeiffer-Klärle, die sich als Urheberin des Gedichts, das sie auf ihrer Website veröffentlicht hat, bezeichnet und jetzt vom Karl-Heinz und seinem Verein Schadensersatz[2] wegen Urheberrechtsverletzung fordert. Die Frau ist aber anscheinend auch sehr humorvoll, denn sie hat dem Karl-Heinz, der sich wohl weder vor noch nach der Präsentation seiner Gedichtkunst bei ihr gemeldet hat, mit einem Gedicht auf sein Vergehen geantwortet, in dem sie ihm anbietet, das Problemzusammen bei ein paar Bier zu klären.
Ob die beiden sich treffen und ob sie dann zusammen ein Versöhnungsgedicht mit je zehn Mal "Entschuldigung" und "Vergebung" dichten, konnte nicht erfolgreich recherchiert werden.

Quellen

[1] Auftragsdichterin Anette Pfeiffer-Klärle
[www.apk-gedichte.de | 09.03.2012 | 12:20]
[2] Klage gegen Rummenigge
Interview in der Süddeutschen: Martin Zips spricht mit Rummenigges Anwalt Robert Kazemi über den Urheberrechtsstreit mit der Auftragsdichterin Anette Pfeiffer-Klärle.
[www.sueddeutsche.de | 09.03.2012 | 12:21]