Obama Hope Offset

Blogbeitrag von KHS, 15.01.2009

Der Slogan des gewählten Präsidenten Barack Obama zur geistigen „Renaissance“ des amerikanischen Volkes ist noch nicht verhallt, schon beginnen in allen staatlichen Sphären die Mühen der Ebene.
Schien es doch in der Phase der Wahleuphorie einfach, ohne die Beachtung von Urheberrechten an die Öffentlichkeit zu treten, Bilder zu verbreiten, Fahnen wehen zu lassen und Souvenirs zu verkaufen - mit wenig Aufwand den schnellen Dollar zu machen.
Nun herrscht nach den Inaugurationsfeierlichkeiten auch in den USA wieder der juristische Alltag und schon regen sich die Geister, die recht- oder unrechtmäßige Urheberansprüche beanspruchen.

Beispielsweise im Falle der Verwendung eines Fotos von Barack Obama durch den Künstler Shepard Fairey. Unter dem Titel: "Geistige Eigentumsrechte an Obama", beschreibt Peter Mühlbauer in Telepolis[1] wie das Eigentumsrecht an einer weitverbreiteten Grafik eingeklagt wird, weil „sich deren Schöpfer von einer Fotografie inspirieren ließ“. Hintergrund ist die Klage der Nachrichtenagentur Associated Press . Dabei geht es der Nachrichtenagentur nicht nur um die Nennung als Urheber, sondern in erster Linie um Entschädigungszahlungen. Als Grund dafür nennt AP, dass Fairey für sein Werk ihr Foto als Vorlage benutzte.

Das betroffene Foto, das im Internet zu finden war, soll als Vorlage zur Erstellung des bekannten Kampagnen-Motivs „Hope“[2] ohne Nennung des Urhebers und ohne Beachtung der möglichen Eigentumsrechte politisch verwertet worden sein. Mühlenbauer weist darauf hin, dass die eingeklagte Fotografie und die erstellte Grafik nicht identisch sind. Dem Neuschöpfer sei eine gewisse Virtuosität bei der Gestaltung nicht abzusprechen, so dass es wahrlich schwer fällt festzustellen, in wie weit es sich um eine einfache Kopie handelt.

Offen ist, wie in diesem speziellen Fall das geistige Eigentum unter Schutz gestellt werden kann, denn in den USA müssten die Arbeiten Faireys unter das „Fair Use Prinzip“ fallen.
Nach deutschem Recht dürfte der Künstler nichts zu befürchten haben, denn bei seiner Schöpfung handelt es sich um die „Bearbeitung eines Werkes“, und sollte somit nach § 3 UhrG[3] wie ein selbstständiges Werk geschützt sein.

Quellen

[1] "Geistige Eigentumsrechte" an Obama
[www.heise.de | 14.03.2012 | 12:21]
[2] Obama Hope Offset
[thegiant.org | 14.03.2009 | 12:22]
[3] § 3 UhrG - Bearbeitungen
[transpatent.com | 14.03.2012 | 12:24]
Unterrichtsidee: Bildwelten - Mein Bild gehört mir!
In dieser Unterrichtsidee reflektieren die Schülerinnen und Schüler, wie sie selbst gerne in der Öffentlichkeit gesehen werden wollen und worauf sie bei der Veröffentlichung eigener Bilder achten sollten. Sie erstellen Portraits, diskutieren mögliche Publikationswege und werden mit Bild-, Persönlichkeits- und Urheberrechten vertraut gemacht.