Mein Tagebuch?

Blogbeitrag von AM, 22,10.2008

Freiheit für alle im Internet – dachte man. Aber weit gefehlt. Wer öffentlich im Internet auftritt, trägt Verantwortung.
Mein Profil in einem sozialen Netzwerk, mein digitales Tagebuch, die Webseite oder der Weblog der Schule, all dies sind frei zugängliche, aber nicht rechtsfreie „Räume“.
„Vorsicht vor der Abmahnfalle“[1] titelt am 15.08.2008 Focus Online. Gemeint sind Abmahnungen und Unterlassungserklärungen, die einem vollkommen unvorbereitet ins Haus flattern. Erst nach mehrmaligem Studieren des Schreibens schwant einem so langsam, was dahinter stecken könnte. Hat doch die Tochter letzte Woche fleißig an ihrem neuen Blog gearbeitet und dabei wahrscheinlich das vermeintliche Foto, von dem die Rede ist, ins Netz gestellt.

Zahlreiche Profis tummeln sich im Internet auf der Suche nach „geklauten“ Originalen; Firmen durchforsten das Netz, um eventuellen Verunglimpfungen auf die Spur zu kommen. Und auch die Justiz ist Betrügern auf der Spur, wenn es um den „Schutz des geistigen Eigentums“ geht. Schnell gerät da auch das gutgemeinte Reisetagebuch der Tochter ins Visier der „Fahnder“.

Achtung, auch im Internet gilt: Eltern haften für ihre Kinder! Aber wer kennt sich da schon aus? Wie findet man jemanden der sich auskennt? Hier ist das Engagement von Vielen gefragt. Wie wäre es mit einem Elternabend zum Thema: „Mein eigenes Bild im Internet“ oder einem fachübergreifenden Unterrichtsprojekt „Urheberschaft in digitalen Medien“? Aufklärung ist in der Schule in jedem Fall der richtige Weg.
Für den privaten Nutzer gibt es nach wie vor eine einfache Regel: Am Besten stellt man nur das ins Netz, was einem selber gehört oder wofür man die Rechte besitzt. Fotos, Musik, Bilder, Texte, Grafiken, Hörbücher – alles im Netz hat einen Urheber, und nur in den seltensten Fällen gibt es ein freies Nutzungsrecht. Nur wer sich seiner Verantwortung bewusst ist und diese auch wahrnimmt, kann sich vor unliebsamen Überraschungen schützen.

Quellen

[1] Homepage, Blog & Co.
Der Focus warnt vor der Abmahnfalle durch unüberlegte Aktionen in Blogs und auf eigenen Webseiten.
[www.focus.de | 14.03.2012 | 17:23]
Darf ich das bloggen?
Was ist denn nun erlaubt? Hilfestellung eines Bloggers auf spreeblick.com.
[www.spreeblick.com | 12.02.2012 | 17:24]
Hintergründe: Ein teurer Spaß - Folgen von Urheberrechtsverletzungen
Urheberrechtsverletzung ist strafbar. Wo die Verletzung des Urheberrechts beginnt, wissen allerdings die Wenigsten. Die Grenze zwischen Legalität und Illegalität ist oft fließend – die Folgen jedoch teuer.
Unterrichtsidee: Erfolgreich Publizieren - Urheberschaft in digitalen Medien
Über das Schreiben einer Rezension werden die Schülerinnen und Schüler selbst Urheber und erleben Urheberschaft in einem individuell gestalteten Prozess. Sie lernen dabei den verantwortungsvollen Umgang mit fremdem Material und erkennen den Wert geistigen Eigentums.