"Es irrt der Mensch ..."

Blogbeitrag von KHS, 04.06.2009

Irren ist menschlich! Und, hoffen wir, dass ein jeder weiß, dass die eigentliche Ursache des Irrtums in der Unendlichkeit der objektiven Realität liegt.
Menschliches Wissen nähert sich der Wahrheit stetig an, ohne endlich gewiss zu sein, die absolute Wahrheit entdeckt oder gefunden zu haben. Bleiben wir stets neugierig, denn die Unendlichkeit des Weltalls bietet uns eben auch unendliche Möglichkeiten sie zu entziffern.
Dass die Wissenschaft, die Wissenschaftler, auf diesem Weg bestimmte Erscheinungen, Prozesse etc. mit großer Genauigkeit erfassen können, führt letztlich dazu, dass wir Menschen in unserem Lebensumfeld mit relativ großer Sicherheit unseren Aktivitäten praktische Wirkungen verleihen können und nicht Gefahr laufen, uns umzubringen. Unwissenheit hinterließ in den frühen historischen Epochen viel Leid, weil die „junge“ Wissenschaft nur mäßige Anstöße für das Überleben zur Verfügung stellte.

Denken wir nur daran, wie viele Menschen, die auf Nahrungssuche gingen und aus Unkenntnis ungenießbare Kräuter oder Rinden zu sich nahmen und daran verstarben. Der Weg war ein langer, um über menschliche Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnis Sicherheit bei der Nahrungsaufnahme zu erlangen. Aber die „Janusköpfigkeit“ sei bei der Erkenntnisgewinnung auch in Betracht gezogen. Bestimmte Substanzen (Gifte) wurden später, in der Antike, zur „biologischen Kriegsführung“ genutzt. Denken wir nur an so manchen Schierlingsbecher oder die an Pest verstorbene Menschen im Mittelalter, die nicht ihre Ruhe in Grabfeldern fanden, sondern des Nachts über die Stadtmauern geworfen wurden, um die feindlichen Kämpfer zu infizieren.

Dass die moderne Gesellschaft nicht frei ist, ähnliche Erscheinungsbilder zu schaffen, ist wohl bekannt. Da sprach man in der näheren Geschichte von den „Zuchtrouten“ Gottes. Bei diesem Prozedere handelt es sich nicht mehr um Irrtümer, sondern hier stellen sich Menschen mit ihrem Wissen in den Dienst von fragwürdigen Elementen, um ihre Habe aufzubessern, kurz, Profit zu machen. Wissenschaftler wissen sehr genau, wie das Verhältnis zwischen Irrtum, Zweifel, Glauben, Erkenntnis, objektivem Gesetz und Fälschung zu definieren ist. Und trotzdem gibt es Kräfte in der Wissenschaft, die ihren Ehrenkodex verletzen und mit Fälschungen[2] berühmt berüchtigt geworden sind.
Müssen wir uns Sorgen machen um die wissenschaftliche Redlichkeit? Nein, die Wissenschaftler selbst scheinen Mittel zu finden, um dem Karrierebegehren, den Fälschungen, einiger Kollegen zu begegnen.

Quellen

[1] Faust
J.W. v. Goethe: Faust ,Teil I
[2] Forscher als Fälscher
"Wenn Wissenschaftler Kollegen beim Schummeln erwischen, behalten sie dies oft für sich."
[www.heise.de | 20.02.2012 | 9:15]
Unterrichtsidee: Unser Modell - Urheberschaft im Team
Als Erfinder in einem Team erstellen die Schülerinnen und Schüler ein Modell eines Farbkreisels zur optischen Farbmischung und stellen ihre Ergebnisse aus. Zur Vorbereitung der Präsentation setzen sie sich in Partnerinterviews mit Farb-Phänomenen auseinander, sammeln und dokumentieren Informationen und erarbeiten in Gruppen eigene Denkmodelle.