Und es ward nicht nur Licht

Blogbeitrag von KHS, 08.12.2008

Jahrhunderte waren in der technischen Entwicklung von Nöten, um endlich ein Verfahren zu entwickeln, mit dem man Elektrizität erzeugen konnte. Eine in diesem Prozess weittragende Entdeckung gelang 1819 dem Physiker Hans Querstedt in Kopenhagen.
Mit seinen Magnetnadelversuchen stellte er zufällig fest, dass ein durch einen Draht fließender galvanischer Strom die Magnetnadel ablenkt.
Die Stunde der Entdeckung des Elektromagnetismus war angebrochen. Diese wissenschaftlich-technische Feststellung führte 1820 beim Franzosen Ampére zu weiteren Versuchen, letztlich konnte er beweisen, dass der durch den Draht fließende galvanische Strom nicht nur auf eine Magnetnadel, sondern auch auf einen anderen, benachbarten Leiter mechanisch einwirkte. Ampére näherte sich damit schließlich dem physikalischen Zusammenhang und damit dem Unterschied zwischen elektrischer Spannung und elektrischer Stromstärke und leistete einen weitreichenden Beitrag für die elektromagnetische Telephonie.

Es ist dem deutschen Physiker Ohm zu verdanken, dass die Konfluenz im später nach ihm benannten „Ohmschen Gesetz“ zum physikalischen Gesetz wurde: „Die Stromstärke ist proportional der elektromotorischen Kraft und umgekehrt proportional dem Widerstand.“ Damit war der Weg frei für die Erzeugung elektrischen Stroms in großem Umfang. Magnetismus wurde in Elektrizität verwandelt und offenbarte der Industrie eine qualitativ neue Antriebsart neben der Dampf- und Wasserkraft.

Die Entdeckungen wurden für die sich jetzt noch rascher vollziehende industrielle Revolution im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts in Europa von großer Bedeutung. Natürlich wären ohne Faradays fortführende Gedanken diese Entwicklungen wohl kaum möglich gewesen. Die entwickelten Induktionsapparate erregten große Aufmerksamkeit, wenn man an ihren Einsatz in der Wirtschaft zur effizienteren Erzeugung von Produktions- und Konsumtionsmitteln dachte. Der Einsatz von Stromerzeugungsmaschinen zur Maximierung der Wertschöpfung in der Textil- Leicht- und Schwerindustrie verbreitete sich rasant, so dass der „Wettlauf“ um den Besitz dieser technischen Glanzleistung in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen Höhepunkt erreichte.
1866 entdeckte Werner Siemens das Prinzip „der dynamoelektrischen Maschine“. Die Technologie des Gleichstromdynamos sicherte sich Siemens über ein offiziell angemeldetes Patent und der Weg zum Gleichstrommotor, der modernen Antriebsmaschine, war damit geebnet.
Am 17. Januar 1867 stellte der Physiker Magnus die wissenschaftliche Abhandlung von Werner Siemens über die dynamoelektrische Maschine der Berliner Akademie der Wissenschaften vor und sicherte damit die Siemenssche Erfindung theoretisch und patentrechtlich im preußischen Staat.

Quellen

Wichtige Erfindungen
Die Hochschule des deutschen Volkes. Geschichte wichtiger Erfindungen: Akademische Vortragreihen, 3. Teil, Technik, Staat und Volkswirtschaft, Volkshochschul-Verlag, Nordhausen am Harz, Seite 301 ff.
Unterrichtsidee: Unser Modell - Urheberschaft im Team
Als Erfinder in einem Team erstellen die Schülerinnen und Schüler ein Modell eines Farbkreisels zur optischen Farbmischung und stellen ihre Ergebnisse aus. Zur Vorbereitung der Präsentation setzen sie sich in Partnerinterviews mit Farb-Phänomenen auseinander, sammeln und dokumentieren Informationen und erarbeiten in Gruppen eigene Denkmodelle.
Hintergrund: Patent gefragt - Sicherheit für Start-ups
Die Informationsgesellschaft bietet ausreichend Möglichkeiten sein Wissen in die Welt zu tragen. Oftmals denkt man zu spät oder gar nicht daran, dass man sein Wissen schützen sollte. Darum: erst patentieren – dann publizieren!