Musikdownloads und Moral?

Blogbeitrag von PR & RA, 26.11.2009

Wie die meisten von uns sicherlich wissen, ist nicht jeder Download eine legale Angelegenheit. Die Konsequenzen des illegalen Downloads werden uns häufig bzw. nahezu aufdringlich verklickert.
Trotzdem blenden wir dieses Vorwissen - und auch unser Gewissen - immer wieder aus, um kostenfrei an die neusten Songs unserer Lieblingsinterpreten zu kommen.
Vergessen wir dabei nicht immer den Aufwand, der von Songwritern, Sängern und Produzenten betrieben wird, um dieses Material herzustellen?

Man stelle sich doch einmal vor, wie viele Arbeitsplätze pro gemütlich-illegalem Download verloren gehen könnten oder wie viele Menschen an diesen Songs Tag und Nacht unermüdlich gearbeitet haben, um diese marktreif zu gestalten.

Ein kleines Beispiel: Angenommen, ein unbekannter Sänger verdient im Durchschnitt 1,50 € an einer verkauften Platte. Wie viele müssten also verkauft werden, um ihm ein Existenzminimum zu sichern? Moralische und ethische Aspekte in Betracht ziehend, sollte man sich vor jedem Download gedanklich mit den Ausmaßen seiner Handlung auseinandersetzen und, finden wir, noch einmal genau vor Augen führen.

Da man Musik rechtlich nicht ausreichend schützen kann, könnte nur noch die Selbstkontrolle helfen, indem man Bewusstsein schafft und ein Umdenken einleitet. Jedoch, und das beweist die Geschichte, ist es sehr schwer, die Menschen moralisch wach zu rütteln. Wie kann man den jüngeren Usern nahe bringen, auf ihr Gewissen zu hören? Wie vermittelt man ihnen den idealen Umgang mit geistigem Eigentum und der Wertschätzung anderer, wenn dies im Widerspruch zum gelebten Handeln im gesamten persönlichen Umfeld steht.

Wenn man sich in die Lage des Künstlers versetzen würde, fühlte man sich sicherlich ausgenutzt und aller Aufwand und Arbeit schiene umsonst.Denn wer hat noch den Anreiz Neues zu schaffen, sich im Konkurrenzkampf zu behaupten und seine Einzigartigkeit zu bewahren, ohne dafür Anerkennung und eine gerechte Bezahlung zu erhalten.
Wir wollen kein Urteil von Richtig und Falsch präsentieren. Viel sinnvoller erscheint es uns, dass sich jeder mit den von uns gestellten Fragen auseinandersetzt und sich einmal überlegen sollte, wie man sich fühlt, wenn man selbst Besitzer von geistigem Eigentum wäre und sich andere an diesem bedienen würden.

Paloma Rak & Leonie Alldorf (Arnsberg)

Unterrichtsidee

Der Preis der Vision - Urheberschaft und Wertschöpfung
Indem sie den Aufwand für die Produktion eines Computerspiels aufzeigen, lernen die Schülerinnen und Schüler die Wertschöpfungskette eines Softwareunternehmens kennen. Die über eine Internetrecherche zusammengetragenen Aspekte des Themas Wertschöpfung werden in einer PowerPoint Präsentation dokumentiert und diskutiert.