10.000 Euro für ein Bild

Blogbeitrag von FSJ, 09.07.2009

Internetnutzer gibt es viele. Und obwohl es auch genug Gesetze gibt, die sich auf Inhalte im Netz beziehen, sehen die meisten das Internet noch immer als rechtsfreien Raum.
Dabei darf man hier, ebensowenig wie im realen Leben, Verbotenes tun.
Es gibt Universitäten in Deutschland, an denen müssen die Studenten einen Weblog, eine Art Online-Tagebuch führen. Wichtig für die Benotung sind dabei nicht nur die Texte, sondern auch das Aussehen des Blogs. Also laden sich die Studenten Bilder von anderen Webseiten herunter und stellen sie auf ihren eigenen Blog. Etwa, weil sie so schön zum Thema passen oder weil sie selbst nicht die Möglichkeit haben, ein ähnlich gutes Foto zu knipsen.

Dass bei der Verwendung fremder Inhalte jedoch auf das Urheberrecht geachtet werden muss, wird sogar von den Lehrkräften vernachlässigt. Die Studenten mussten nur die Quelle des Bildes angeben und schon konnte angeblich nichts mehr passieren.

Unterlassungsklage im Briefkasten

So einfach ist das aber nicht. Einer der Studenten hatte plötzlich eine Unterlassungsklage über 10.000 Euro im Briefkasten. Diese Summe sollte er für ein Bild zahlen, das er ohne Erlaubnis des Fotografen auf seinem Blog benutzt hatte. Er hatte sogar die Quelle angegeben, aber dabei überlesen, dass besagtes Bild in keiner Weise verwendet werden durfte. Letzten Endes ist der Student mit 600 Euro noch mal recht gut weggekommen. Das muss aber nicht immer so sein.

Es gibt viele Möglichkeiten, Urheberrechtsverletzungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu können sowohl der Urheber als auch der Nutzer beitragen. Urheber sollten beispielsweise deutlicher kennzeichnen, dass bestimmte Inhalte ihnen gehören und sie sollten genau angeben, wie man ihre Texte, Bilder, Ideen, etc. nutzen darf. So wissen auch andere Internetnutzer schnell, was sie dürfen und tappen nicht in eine Kostenfalle. Für solche Kennzeichnungen gibt es verschiedene Lizenzen. Die bekanntesten sind wohl die der Creative-Commons-Organisation[1]. Diese Organisation wurde 2001 von mehreren Internet- und Rechtsexperten gegründet und hat ihren Sitz in San Francisco. Sie selbst ziehen keinen Gewinn aus den Lizenzen, sondern geben Internetnutzern eine Hilfestellung bei der Veröffentlichung ihrer Inhalte. Die vorgefertigten Lizenzverträge sind sowohl leicht verständlich als auch juristisch anerkannt.
Wer also Inhalte jeglicher Art online stellt, sollte sich bewusst sein, dass er als Urheber bestimmte Rechte hat. Er selbst kann festlegen, was damit geschehen darf und sollte das vor allem auch deutlich zeigen. Internetnutzer haben die Pflicht, vor der Verwendung bestimmter Inhalte zu schauen, ob dies auch erlaubt ist. Ist das nicht der Fall, müssen wir eben auf das ein oder andere hübsche Bild für unseren Blog verzichten.

Jaqueline Schulz

Quellen

[1] Creative Commons Deutschland
Homepage der Non-Profit-Organisation Creative Commons (CC).
[de.creativecommons.org | 22.03.2012 | 19:46]
Dossier Urheberrecht
Dossier Urheberrecht bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).
[www.bpb.de | 22.03.2012 | 19:48]
Urheberrechtsgesetz
Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte auf der Seite des Bundesministeriums für Justiz.
[www.gesetze-im-internet.de | 22.03.2012 | 19:49]
Urheberrecht und E-Portfolios in der Lehre: ein Fallbeispiel
Urheberrecht im Blog zu Forschung und Lehre (Be ambitious!).
[koelibri.edublogs.org | 22.03.2012 | 19:52]