Alles nur geklaut!

Blogbeitrag von FSJ, 01.07.2009

Das Urheberrecht - Wollen sich Leute damit nur wichtig machen oder steckt doch was Sinnvolles dahinter?
Der eine beansprucht sie recht häufig, der andere lässt sie lieber im Verborgenen - die eigene Kreativität.
Eigentlich ist es schon immer in sämtlichen Lebenssituationen ein großer Vorteil, wenn man schnell neue und effiziente Ideen hat. So konnten früher beispielsweise die Bauern sich ihre Arbeit um ein ganzes Stück leichter machen, sobald sie Köpfchen einsetzten. Heute entstehen nach monatelanger Arbeit Bestseller wie "Tintenherz" oder Kinokracher wie "Slumdog Millionär" und "Radio Rock Revolution". Die Autoren und Regisseure brauchen dem Erfolg vorausgehend den zündenden Gedanken und dies ist der Knackpunkt. Wenn er dann im Kopf herumschwebt, wie der Traum von der dreiwöchigen All-Inclusive Reise nach Sri Lanka, ist die Freude groß und der Startschuss für die Auseinandersetzung damit in den nächsten Monaten gefallen.

Nach einer enormen Anzahl von unbrauchbaren Papierknäueln, die sicher im Kachelofen eine gute Figur machen, Diskussionen mit den lieben Mitmenschen und zahllosen anderen Strapazen kommt der mit Sehnsucht erwartete Tag! Das Datum der Veröffentlichung des selbstkreierten Werkes wird vom Kalender angezeigt! Man spaziert ganz lässig montags 9 Uhr in den Bücherladen nebenan und: "Ach, was steht denn da?", denkt man sich mit einem spürbaren Kribbeln im ganzen Körper. "Kommt mir doch bekannt vor... Allein das Cover ist schon der Wahnsinn!" Das Grinsen ist so breit, dass ein Honigkuchenpferd wie eine Trauerweide daneben wirkt. Das erste käuflich erstandene Stück dieses, der eigenen Meinung nach, Literaturwunders in den Händen zu halten ist einem Flug im siebten Himmel gleichzusetzen.

Absturz aus dem siebten Himmel

Jedoch wird dieser Glücksmoment oft durch ein ernstzunehmendes Problem gestört: Die Verletzung des Urheberrechts. Darin wird gesagt, dass der Urheber das Recht hat, über die Nutzungsrechte an seinem Werk frei und ausschließlich zu entscheiden. Davon betroffen sind literarische, künstlerische, sowie wissenschaftliche Werke und außerdem geistige, künstlerische Leistungen und Investitionen in die Kulturwirtschaft. Es soll somit der Anreiz kultureller Schöpfung sein. Wer dieses Gesetz verletzt, muss mit bis zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe rechnen. Viele werden sich nun fragen: "Muss es denn gleich so hart sein? 50 Sozialstunden im Kindergarten würden es doch auch machen!" Gegen diese Behauptung wehre ich mich. Mit den sanfteren Strafen werden automatisch die gesetzwidrigen Taten steigen und infolge dessen die wahren Schöpfer der kulturellen, literarischen und wissenschaftlichen gelungenen Stücke untergehen.
Sicherlich kennt jeder Situationen, wo man sich absolut für eine Sache einsetzte und man auf viel Anerkennung und Lob hoffte. Doch dann wird jemand anders in den Vordergrund gestellt bzw. kämpft selbst, allerdings mit unfairen Mitteln, um diesen Platz. Die Enttäuschung des eigentlichen "Genies" ist selbstverständlich. So sieht die moralische Seite aus und sie ist meiner Ansicht nach auch die bedeutendste. Und seien wir mal ehrlich: Früher oder später fliegt der Betrug auf und von allen Seiten würde man hören: "Das ist doch alles nur geklaut!" Peinlich, nicht?

Michele Foege