T.E.A.M?

Blogbeitrag von FSJ, 13.02.2009

TEAM - T.oll E.in A.nderer M.achts?
An der Onlineenzyklopädie Wikipedia.org kann mitschreiben, wer mit einer Computertastatur umgehen kann. Seit dem Start der Site im Januar 2001 ist die Zahl der Beiträge auf ca. 5 Millionen Artikel gewachsen - und das in 230 Sprachen. Das Projekt ist somit wohl ein Paradebeispiel für erfolgreiche Teamarbeit in puncto Urheberschaft…
…Dass zu viele Cyberköche eben doch manchmal den digitalen Brei versalzen, zeigte erst am Dienstag ein amüsanter Zwischenfall:

Sowohl die Bild, als auch das Handelsblatt, Spiegel Online, die Süddeutsche Zeitung und die taz waren bei ihrer journalistischen Recherche für den Bericht über den neuen Bundeswirtschaftsministers Guttenberg hinters Licht geführt worden. Grund dafür war ein manipulierter Wikipedia-Artikel, in dem ein Mitautor einen „Wilhelm“ zu Freiherr von und zu Guttenbergs Karl-Theodor, Maria Nikolaus, Johann, Jacob, Philipp, Franz Joseph und Sylvester dazutaufte. Die Journalisten schrieben munter ab.

Doch gerade die Bildzeitung hätte besser mit den Inhalten der beliebtesten Online-Enzyklopädie der Welt umzugehen wissen müssen, regte sie doch 2006 in ihrem Artikel „Wiki-Fehlia - So unzuverlässig ist Deutschlands beliebtestes Internetlexikon“[1] zur Fehlersuche an.

Laut des renommierten Wissenschaftsjournals „Nature“ sei die tatsächliche Ungenauigkeits- und Fehlerquote der Online-Enzyklopädie mit ihren immerhin 860.000 deutschsprachigen und knapp 3 Millionen englischen Einträgen jedoch verhältnismäßig gering, was auf den basisdemokratischen Entscheidungsprozess zurückzuführen ist, unter dem die Artikel verfasst werden.

Außerdem sorgen 5.000 ehrenamtliche Mitarbeiter dafür, dass die Artikeländerungen ständig auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Ein Versuch der Süddeutschen Zeitung, die „Village People“ bei Ronald Reagans Amtseinführung auftreten zu lassen, hielt sich genau 2 Minuten; so schnell war die Änderung nämlich schon entfernt.
Bezüglich der Geburtsnamen politisch bedeutender Personen hatte Wikipedia sowieso noch „Einen gut“- schließlich enthüllte das Internetlexikon 2007 den Fehler, dass der Name des 42. Präsidenten der USA nicht „William Jefferson Blythe IV“, wie es seit Jahren in der ältesten Enzyklopädie „Encyclopædia Britannica“ abgedruckt wurde, sondern Blythe III ist.

Quellen

[1] Wiki-Fehlia So unzuverlässig ist Deutschlands beliebtestes Internet-Lexikon
Wikipedia in der Kritik der Bild.de.
[www.bild.de | 22.03.2012 | 20:01]
Ein Wilhelm zuviel
Die taz berichtet über Manipulationsaktionen bei Wikipedia.
[www.taz.de | 22.03.2012 | 20:04]