Mit Haut und Haar?

Blogbeitrag von FSJ, 21.10.2008

Wer wünscht sich nicht, dass einem seine Freunde alle Wünsche von den Lippen ablesen können und was das Leben betrifft, immer auf dem neusten Stand sind:
Meine neue Frisur, mein neues Outfit.... Das Internet und soziale Netzwerke machen es möglich. In der heutigen Zeit ist das Internet zum größten Kommunikationsmittel geworden. Briefe schreibt man kaum noch und E-Mails sind eigentlich auch schon lange out.
Geht man ins Netz, trifft man eine bunte Auswahl an möglichen Internet-Plattformen, in denen man sich ein eigenes Profil, für jeden individuell gestaltbar, einrichten kann. Schnell kann man am Leben der Freunde teilhaben, indem man sich ihre hoch geladenen Fotos anschaut und ihnen kurz eine Nachricht hinterlässt. Ebenso einfach ist es neue Freunde kennen zu lernen. Anhand der Steckbriefe, die jedes Profil beinhaltet, hat man auch flott Gemeinsamkeiten gefunden und kann dann selbst entscheiden, ob man den Menschen sympathisch findet und seine Freundschaftseinladung bestätigt. Einem Freund, der gerade Urlaub in Australien macht, kann man schnell eine Message schreiben, da Internet die ganze Welt verbindet.

Aber auch für die eigene „Clique“ gibt es viele Möglichkeiten. Wichtige Informationen wie Termine für die nächste Schülerdemo, oder andere Veranstaltungen lassen sich durch soziale Netzwerke einfach und schnell verbreiten. Ebenso kann die Organisation innerhalb der Schule vereinfacht werden, denn soziale Netzwerke bieten Gruppenprofile an. Soll nun etwas innerhalb einer Klasse geplant werden, können alle von zu Hause aus ihre Gedanken und Ideen der Gruppe mitteilen. In die Gruppe kann aber nur der, der eingeladen wurde. Somit ist Sicherheit und Privatsphäre gewährt, denkt man…

Nun vergisst man bei den Vorzügen, die soziale Netzwerke mit sich bringen, dass die ganze Welt „dein Leben“ sozusagen „mitleben“ kann, und dass du durch dein privates Profil, für den Rest der Welt transparent bist. Veröffentlichungen intimer Details sind gefundenes Fressen für skrupellose Mitglieder der Community. Und ist ein Bild erst einmal hochgeladen, hat jeder die Möglichkeit es auf dem Computer zu speichern. Leicht vergisst man, welche Verantwortung man eigentlich trägt, wenn man peinliche Bilder von Freunden veröffentlicht.

Oft verführt einen die scheinbare Sicherheit im eigenen Profil zu verantwortungslosem Handeln. So geschieht es nicht selten, dass sich aus einer Laune Gruppen bilden, die gezielt Angriffe auf Lehrer oder Schüler ausüben. „Cyber Bullying“ kann aber schnell unerwartete Konsequenzen haben, denn immer häufiger loggen sich Lehrer und Erwachsen ein. Ein Schulverweis ist dann die mögliche Konsequenz für verantwortungsloses oder leichtsinniges Handeln.
Also ist es jedem zu raten, sich genau zu überlegen, was in einem Profil veröffentlicht werden kann und wie detailiert man sein eigens Privatleben und das seiner Freunde darstellt. Letztendlich bietet das Internet unbegrenzte Möglichkeiten aber es entlässt eben auch niemanden aus der Verantwortung. Und wer will schon von einem völlig Fremden auf der Straße angesprochen werden, der sich genauestens in deinem Leben auskennt?

Quellen

Unterrichtsidee: Digitale Identitäten - Leben in virtuellen Welten
Die Unterrichtsidee bietet einen einfachen Einstieg in die Welt der sozialen Medien, indem verschiedene Netzwerkdienste vorgestellt und analysiert werden. Über die Diskussion von Musterprofilen werden Nutzen, Funktion und Risiken sozialer Netzwerke reflektiert und eigene Verhaltensweisen erarbeitet.
schülerVZ Verhaltenskodex
[www.schuelervz.net | 22.03.2012 | 20:13]
Unterrichtsidee: Bildwelten - Mein Bild gehört mir!
In dieser Unterrichtsidee reflektieren die Schülerinnen und Schüler, wie sie selbst gerne in der Öffentlichkeit gesehen werden wollen und worauf sie bei der Veröffentlichung eigener Bilder achten sollten. Sie erstellen Portraits, diskutieren mögliche Publikationswege und werden mit Bild-, Persönlichkeits- und Urheberrechten vertraut gemacht.