Triiumphzug

Eine Schulband im Gespräch übers Musikmachen

Sarah, Max H., Max M., Lars und Nico sind eine Band. Heute alle zwischen 15 und 16 beschlossen sie vor drei Jahren, gemeinsam Musik zu machen. Nach einigen Personal- und Namenswechseln wurden sie zu Triiumph. Mittlerweile treten sie schon mal vor zweihundert Zuschauern auf. Aber sie sind keine Profiband, wollen auch keine sein.
Wie war euer erster Auftritt?
Sarah: Eine musikalische Katastrophe!
Max H.: Wir waren tierisch aufgeregt. Wenn man sich das jetzt anguckt ist das ein bisschen peinlich.
Lars: Am Anfang sind wir manchmal mitten im Lied eingeschlafen. Das geht jetzt zackiger, so Richtung Hottentotten-Musik. (lacht) Aber jeder fängt mal klein an, das haben sie uns auch gesagt. Und das wir weitermachen sollen und dranbleiben.
Sarah: Meine Mutter hat gesagt, dass die Jungs jetzt viel besser spielen. Man merkt, dass sie was dazu gelernt haben.

Und wie habt ihr begonnen zu proben?
Sarah: Wir konnten uns damals nur gründen, weil wir in unserer Schule proben konnten, die Technik war zwar nicht gut ...
Lars: … die is' immer noch nicht gut.
Sarah: Ja, aber wir hatten die Möglichkeit, das war vor 20 Jahren vielleicht noch nicht so einfach.
Lars: Genau, ab und zu kommen Erwachsene auf uns zu und sagen, hätten wir damals die Möglichkeit gehabt, wären wir auch Rockstars geworden.

Und wie seid ihr zu Triiumph geworden?
Lars: Max (H.) und ich nehmen seit sechs Jahren Gitarrenunterricht. Den Wunsch eine Band zu gründen, haben wir aber erst in der 7. Klasse realisiert.
Sarah: Ich habe bei unseren ersten Auftritten noch Schlagzeug gespielt und gesungen.
Max H.: Unsere andere Sängerin hatte Defizite beim Gesang …
Sarah: … und so bin ich zur Hauptsängerin geworden. Nico war früher noch in unserer Klasse und da haben wir ihn gefragt, ob er mitmachen will.
Nico: Ich wollte schon immer in einer Band sein und dann kam die Gelegenheit, da hab ich nicht gezögert und ja gesagt.

Sarah, du spielst du jetzt gar kein Instrument mehr?

Sarah: Nein.
Max H.: Doch, das Rasselei. (alle lachen)
Sarah: Ja, stimmt.
Max H.: Jetzt läuft’s ganz gut, aber wir hatten Startschwierigkeiten was die Kreativität angeht, hatten zwar Soundideen, aber wussten die nicht so richtig umzusetzen. Unsere Eltern halfen ein bisschen.
Sarah: Vor allem dein Papa.
Max H.: Ja, der spielt auch Gitarre und hat Ahnung von Technik. Die ersten Lieder haben wir dann in der Schule komponiert, für unseren ersten Song brauchten wir drei Monate. Den haben wir bei der Weihnachtfeier das erste Mal vor Publikum gespielt.

Wie entsteht in eurer Band ein Song?
Max M.: Meistens beginnt es mit einem Gitarrenriff. Dann kommt das Schlagzeug, dann werden die Bassmelodie und die Gesangsmelodie gefunden. Der Text kommt immer am Ende.
Sarah: Und dein Papa gibt noch Tipps.
Max H.: Ja, weil der Ahnung von der Komposition hat, aber wir kriegen das mehr und mehr selber hin.
Max M.: Wir improvisieren und jeder gibt was dazu.
Sarah: Die Texte schreibe meistens ich, manchmal machen die Anderen mit. Die meisten sind auf Englisch, aber unser erstes Lied hieß „Weißt du wie es ist?“ Es handelt von der Außenseiterstellung, wie es ist, wenn man nicht integriert ist.
Nico: Wir sind unsere eigene Randgruppe. (lachen)
Lars: Wir proben einmal pro Woche, freitags, zweieinhalb Stunden. In den Sommerferien haben wir eine Woche geprobt, für eine Kette von Auftritten, weil man vorher sechs Wochen nicht mehr zusammen gespielt hat.

Was macht ihr in zehn Jahren?
Nico: Ich bin unter der Erde. (alle lachen)
Lars: Der Kurt Cobain wieder. Hmm, na jetzt kommt ja erst mal das Abitur, danach eventuell studieren, aber eher nichts Musikalisches.
Max H.: Kommt drauf an, ob man Musik macht oder Musik lehrt. Da muss man erst mal ’nen Job finden und beim Lehren muss man die Motivation haben jemandem was beizubringen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich vor einer Klasse stehe und dann sagt jemand was lustiges, da lache ich doch den Rest der Stunde.
Max M.: Keine Ahnung!

Nico: Ich werde auf jeden Fall weitermachen, aber mein Job wird nichts mit Musik zu tun haben, das mache ich für mich. So popakademiemäßig, nee, das nicht.
Sarah: Bei mir ist es so, dass ich jetzt erst mal aussteige, weil ich ein Jahr nach Amerika gehe, ein Highschool-Jahr mache. Ob es danach noch weiter geht, werde ich sehen.