Das ist Diebstahl

Gastkommentar eines Storyboardschreibers

Jonathan schreibt Geschichten für Computerspiele. Dass er einmal eine seiner Geschichten als Computerspiel im Netz gefunden hat, ärgert ihn. Seitdem ist er vorsichtig. Was er dagegen tut, dass seine Geschichten geklaut werden: Lest hier.
Jeder sollte seine Ideen für sich behalten. Wer das nicht tut, verliert sie irgendwann und jemand anderes verdient damit Geld. Ich selber denke mir Geschichten zu Computerspielen aus. Niemand bekommt die zu sehen. Nicht mal meine Eltern. Ich schreibe überall mit Edding meinen Namen und das Datum auf die Blätter mit meinen Geschichten und Skizzen.

Denn einmal hab ich an eine kleine Computerbude ein Storyboard geschickt. Die haben sich bedankt und abgelehnt und ein paar Monate später hab ich meine Idee als Onlinegame im Netz wiedergefunden. Ich war damals dumm. Jeder sollte doch, wenn er sich was ausgedacht hat, dafür auch belohnt werden. Wenn ich mir überlege, wie lange ich an einer Geschichte sitze! Und diese ganze Zeit und Mühe spart sich jemand und klaut. Genau. Das ist Diebstahl. Heute passiert mir das nicht mehr. Später, wenn ich arbeite, werd ich meine Idee dann eben zum Notar bringen. Der soll die sichern.

Techniker haben es da ja einfach: Die gehen zum Patentamt. Aber unser Ideen, also zum Beispiel von uns Computerspiele-Leuten oder so Internetideen, die kann man nicht so einfach irgendwo anmelden und dann sind sie geschützt. Deshalb lieber schweigen und wissen, als plappern und einbüßen.

Weiterführende Informationen

Kein Welpenschutz? für elektronische Plattformen
Auf dem 19. Medienforum NRW wurde der Schutz geistigen Eigentums im Internet dikutiert. Hier sind interessante Statements kreativ Tätiger nachzulesen.
[www.medienforum.nrw.de | 08.08.2012 | 10:46]