Soziale Netzwerke

Blogbeitrag von RS, 19.03.2010

Unsere Tochter ist 13 Jahre alt und seit einiger Zeit in einem sozialen Netzwerk angemeldet. Obwohl sie ihr Profil sehr sorgfältig angelegt hat und nur ausgewählte Freunde Zugang zu ihren Daten haben, kam es neulich zu Belästigungen und Beschimpfungen.
Da wir im Vorfeld bereits über Risiken gesprochen hatten, waren wir froh, dass unsere Tochter umgehend informiert hat.
Frage: Was können wir als Eltern in so einem Fall unternehmen?

Antwort:
Es gibt eine Reihe von abgestuften Möglichkeiten, auf solche Vorgänge zu reagieren:
Begleiten Sie ihr Kind bei der Nutzung des Angebotes
Ermitteln Sie den Ursprung/den Verursacher der Belästigung und Beschimpfung.
Fordern Sie den Verursacher innerhalb des Netzwerkes auf, die belästigenden und beleidigenden Inhalte zu löschen und ein ähnliches Verhalten in Zukunft zu unterlassen.
Melden Sie den Vorfall an den Betreiber des Netzwerkes, und fordern Sie die Löschung dieser Inhalte sowie ggfls. der Sperrung desjenigen, der Ihr Kind belästigt und beleidigt hat.
Bleiben alle diese Maßnahmen ohne Erfolg wenden Sie sich an einen Anwalt zum Zwecke der Durchsetzung Ihrer Rechte.
Sofern Sie feststellen, dass der Profilschutz nicht wirksam ist oder umgangen werden kann, löschen Sie das Profil in diesem Netzwerk und nutzen Sie ggfls. ein anderes Netzwerk.
Hintergrund:

Soziale Netzwerke erfreuen sich auch bei Kindern und Jugendlichen immer größerer Beliebtheit. Als Mitglied eines solchen Netzwerkes bieten sich vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb des Internets. Allerdings gelten auch hier Regeln. Einerseits ist die Nutzung der Angebote nur unter Beachtung der eigenen Regeln des Netzwerkes, die sich in aller Regel in den Nutzungsbedingungen, den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder einem gesonderten Verhaltenskodex finden, möglich. Andererseits gelten natürlich auch im Rahmen dieser Netzwerke gesetzliche Vorschriften.

Werden diese Regeln verletzt und kommt es zu Belästigungen, Beleidigungen, Mobbing o.ä. bietet sich ein abgestuftes Instrumentarium der Reaktion. Erste Voraussetzung ist natürlich, dass nicht nur das Kind sondern auch Eltern oder Lehrer von diesen Vorkommnissen Kenntnis erhalten. Daher ist eine Begleitung bei der Nutzung in der Form erforderlich, dass die Kinder ermutigt werden, sich im Falle von Fragen oder Problemen an einen Erwachsenen zu wenden. Hierbei sollte indes berücksichtigt werden, dass auch Kinder ihre Kommunikation innerhalb dieser Netzwerke als ihre Privatsphäre verstehen.

Als erste Reaktion auf die beschriebenen Vorkommnisse bietet sich natürlich der unmittelbare Kontakt zum Verursacher – sofern dieser eindeutig zu identifizieren ist – innerhalb des Netzwerkes selbst an. Unter Nutzung der durch das Netzwerk zur Verfügung gestellten Kommunikationsmöglichkeiten selbst, kann bereits häufig eine Löschung der problematischen Inhalte bewirkt werden. Unter Umständen auch mit der Androhung, den Verursacher beim Betreiber des Angebotes, zu melden.
Sind diese Maßnahmen nicht erfolgreich, sollte der Kontakt zum Betreiber des Angebotes gesucht werden. Viele Anbieter haben zur Aufrechterhaltung eines guten Rufes ihres Angebotes ein eigenes Interesse daran, dass die Spielregeln des Netzwerkes eingehalten werden. Daher werden vielfach entsprechende Beschwerdemöglichkeiten angeboten. Sofern es sich bei dem jeweiligen Vorfall um eine Rechtsverletzung, z.B. eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes oder des Rechtes am eigenen Bild handelt, hat eine solche Mitteilung in rechtlicher Hinsicht zur Folge, dass der Anbieter von der jeweiligen Rechtsverletzung erfährt und eine rechtliche Verpflichtung besteht, diese zu unterbinden und damit die rechtswidrigen Inhalte zu löschen. Führt auch diese Maßnahme nicht zu dem gewünschten Erfolg, bleibt nur die Möglichkeit die eigenen Rechte bzw. die Rechte des Kindes mit anwaltlicher bzw. gerichtlicher Hilfe durchzusetzen.

Cyber-Mobbing

Unterrichtsidee: Bekloppt Gemobbt - Mit Rudi dem Biber Cyber-Mobbing auf der Spur
Eingebettet in eine kindgerechte Fantasiewelt bietet die Geschichte „Rudi und Wolle“ den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich mit der notwendigen Distanz dem Thema Cyber-Mobbing zu nähern. Sie machen sich mit vielfältigen Formen des Cyber-Mobbings vertraut und erarbeiten praktische Regeln für das eigene Verhalten.
Hintergrund: Cyber-Mobbing - Gemeinsam für ein faires Miteinander
Als Cyber-Mobbing bezeichnet man das absichtliche Beleidigen oder die gezielte Ausgrenzung, Bedrohung und Demütigung anderer mithilfe digitaler Medien über einen längeren Zeitraum. Laut aktueller Studien gehören zu den Betroffenen und Tätern zunehmend auch Kinder.